zurück zur vorherigen Ansicht
 

4 Ausgewählte Vorschläge und konkrete Maßnahmen

Ziel: Ziel ist es, die DGD sowohl als Mitgliedergesellschaft wie auch als Fachverband praktisch so zu gestalten, daß sie als kompetenter Verband von allen Wissensarbeitern akzeptiert wird und möglichst viele von ihnen als Mitglieder gewinnt.

Das Ziel muß konkretisiert und in Maßnahmen umgesetzt werden. Für die DGD, d.h. für ihren Vorstand, ihre Gremien und ihre Mitglieder, ergeben sich daraus kurz-, mittel- und langfristige Aufgaben.

Kurzfristig: Wenn die Sichtweise bis zu einem Jahr umfaßt und/oder wenn Reaktionen auf Entwicklungen "von außen" entsprechendes Handeln notwendig machen.
Mittelfristig: Aufgabenprofile, die in einer Wahlperiode erledigt werden können (bis zu drei Jahren).
Langfristig: Aufgabenbearbeitung mit Langzeitorientierung (z.B. Berufsbilder für Information Professionals).

Im folgenden werden einzelne Maßnahmen aufgeführt, die z.T. schon in Angriff genommen wurden (kurzfristige Orientierung) oder bei denen mittelfristiger Handlungsbedarf angezeigt ist.

4.1 Ökonomisch-orientierte Leistungen (für die Mitglieder)

4.1.1 Die Neuordnung des Publikationswesens

Laufende bzw. kurzfristig zu erledigende Maßnahmen: Nach der Beendigung der verlegerischen Betreuung von "cogito" und nfd - Informationswissenschaft und Praxis durch den Verlag Hoppenstedt und aus grundsätzlichen Überlegungen wurde in mehreren Erörterungen mit verschiedenen Kollegen ein neues Konzept für die Fach- und Mitgliederzeitschrift nfd - Informationswissenschaft und Praxis entwickelt. Zum Deutschen Dokumentartag in Regensburg konnte das erste Heft der nfd - Informationswissenschaft und Praxis in neuer Form- und Inhaltsgestaltung vorgelegt werden. Die Redaktion wurde Marlies Ockenfeld (Darmstadt) und Dr. Willi Bredemeier (Hattingen) übertragen, deren Arbeit und Kompetenz begleitet wird von einem durch den geschäftsführenden Vorstand ausgewählten und durch den Vorstand bestätigten Redaktionsbeirat (Mitglieder: Dr. Ulrike Eich, Frankfurt/Oder; Prof. Dr. Christoph Hobohm, Potsdam; Prof. Dr. Rainer Kuhlen, Konstanz; Dr. Wolfgang Ratzek, Berlin; Prof. Dr. Ralph Schmidt, Hamburg; Prof. Dr. Wolfgang Stock, Köln).Der DGD-Newsletter wird in die neue nfd - Informationswissenschaft und Praxis integriert. Zur Erhöhung der Aktualität erscheinen ab 1998 acht nfd-Ausgaben. Zur Förderung des schnelleren Informationsaustausches informiert die DGD über ihre Aktivitäten und über sonstiges Wissenswertes gleichzeitig über das Internet (dgd-news).Das Konzept für die Publikation der Proceedingsbände über Fachtagungen (Deutscher Dokumentartag, Online-Tagung etc.) wird gestrafft. Neue Faltblätter wurden entwickelt und erstmals auf der Online-Tagung/Infobase 1997 verteilt.Mittelfristig sind folgende Maßnahmen im Bereich des Publikationswesens zu ergreifen:

inhaltliche, wenn Veränderungen neue Konzeptionen notwendig machen,
formale, wenn Layout und Gestaltung zu modernisieren sind, insbesondere dort, wo elektronische Kommunikationstechniken den direkten Austausch ermöglichen.

4.1.2 Organisation von Fachtagungen

Der Austausch von Informationen als Teil des Leistungsangebotes für die Mitglieder der DGD wird zukünftig konzentrierter erfolgen, damit der Aufwand vertretbar bleibt und das (ehrenamtliche!) Engagement der Einzelnen nicht überstrapaziert wird.

4.1.2.1 Kurzfristig

Die überregionalen Fachtagungen (Deutscher Dokumentartag und Online-Tagung) werden im Organisationsaufwand reduziert werden müssen. Mehr Zeit für Diskussionen und den Gedankenaustausch sind gefragt sowie neue Formen wie Workshops und Foren (die Europaforen im Rahmen der Infobase 97 und des Deutschen Dokumentartages 1997 in Regensburg haben die Attraktivität derartiger Veranstaltungsformen gezeigt).Die Einzelblöcke der Tagungen werden straffer organisiert, und ein Programmbeirat garantiert die Aktualität und Relevanz der Themen sowie die Qualität der Referenten.

4.1.2.2 Mittelfristig

Fachübergreifende thematische Tagungen und Seminare sollten mit Nachbarschaftsverbänden organisiert werden, z.B. mit der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände (BDB), dem Gesprächskreis Informatik (GKI), dem Arbeitskreis Dokumentation (AKDok) und anderen Fachgesellschaften. Dazu zählen insbesondere vergleichbare ausländische Berufsverbände, der Bereich des Informationsrechtes, der Informationsethik und der Informations- und Medienpädagogik.Für das Jahr 2000 planen DGD und BDB einen gemeinsamen Kongreß.

4.1.2.3 Langfristig

Ein noch stärkeres Aufeinanderzugehen bis hin zur Integration von informationsverarbeitenden Berufsständen ist denkbar - und anzustreben.

4.2 Aus- und Fortbildung

4.2.1 Zur gegenwärtigen Situation

Aus- und Fortbildung waren von jeher wichtige Aufgaben der DGD. Sie wird sich ihnen auch in Zukunft intensiv widmen. So unterhielt die DGD bis 1991 das Lehrinstitut für Dokumentation (LID), in dem Dokumentare und Informationsfachleute auf allen Ausbildungsebenen, d.h. Dokumentationsassistenten, Diplom-Dokumentare und Wissenschaftliche Dokumentare ausgebildet wurden. Hierzu wurden nicht nur die organisatorischen Rahmenbedingungen von der DGD vorgegeben: es wurden Inhalte entwickelt, diskutiert und fortgeschrieben. Berufspraktische Erfordernisse fanden adäquate Berücksichtigung in den Ausbildungsinhalten.Heute bildet die DGD federführend und als einzige Institution Dokumentationsassisteninnen und Dokumentationsassistenten mit großem Erfolg aus. Die Ausbildung der Diplom-Dokumentarinnen und Diplom-Dokumentare ist bereits vor einigen Jahren in die bewährten Hände der Fachhochschulen gegeben worden. Die Ausbildung zum/r Wissenschaftlichen Dokumentar/in ist nach Schließung des LID an das Institut für Information und Dokumentation (IID), das institutionell in der Fachhochschule Potsdam verankert ist, überführt worden. In allen Ausbildungsebenen ist die DGD einbezogen und integriert.Für den Bereich der Ausbildung der Dokumentationsassistentinnen bzw. Dokumentationsassistenten arbeitet die DGD derzeit an der sachgerechten Zusammenführung der Berufsausbildung in Archiven, Bibliotheken, Informations- und Dokumentationsstellen sowie Bildagenturen (ABD-Bereich). Deren staatliche Anerkennung steht nach langwierigen Verhandlungen vor dem Abschluß.Die Ausbildung zu Dokumentationsassisteninnen und Dokumentationsassistenten, heute z. T. mit zeitgemäßeren Titeln ausgestattet, wird durch die Dokumentationspraktiker der DGD in den Fachhochschulen befruchtet und weiterentwickelt. Die DGD stellt für die Studierenden und Professoren eine Diskussionsplattform mit Praktikern zur Verfügung.Die informationswissenschaftliche Ausbildung findet nicht nur als "Berufsbegleitende Fortbildung zum/zur Wissenschaftlichen Dokumentar/in" im IID, sondern auch in anderen Hochschulen und Universitäten sowie durch private Bildungsträger statt. Hier bemüht sich die DGD um Abstimmung der Lehrinhalte und um die Zertifizierung der Kurse. Dadurch wird die Qualität der Ausbildung entscheidend verbessert. Die universitären Ausbildungseinrichtungen sind im Hochschulverband für Informationswissenschaft (HI) e.V. zusammengeschlossen. Die DGD ist um intensive und fruchtbare Zusammenarbeit bemüht.Um mit den Bereichen Archiv und Bibliothek auf dem Ausbildungssektor zu kooperieren, hat die DGD die Konferenz Informationswissenschaftlicher Ausbildungseinrichtungen (KIA) gegründet. Sie pflegt die Kontakte zur Konferenz Bibliothekarischer Ausbildungseinrichtungen (KBA). Der Kontakt zu den Archivaren wird in Zukunft durch beide Einrichtungen intensiviert.Eine konkrete Aufgabe der DGD ist es auch, Ausgebildeten ihren Einstieg in den Beruf zu erleichtern. Das geschieht einerseits durch das Newcomer-Forum der DGD auf dem Deutschen Dokumentartag, andererseits werden Stellen- und Praktikantenbörsen durch die DGD unterstützt.Die DGD arbeitet verstärkt an Initiativen in anderen Ausbildungsgängen und ihrer Angleichung an die Informations- und Dokumentationswissenschaftler. Hierzu erstellt sie Analysen des Berufsbildes und initiiert gegebenenfalls Veränderungen.Der Arbeitsmarkt für Information Professionals hat eine Aufwertung erfahren. Es ist daher notwendig, daß genügend bestens qualifizierte Fachkräfte für den Informationsmarkt zur Verfügung gestellt werden. Eine unerläßliche Aufgabe, der sich die DGD widmet. In diesem Zusammenhang werden Papiere erarbeitet, die die Anforderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft formulieren. Um die Bedeutung dieser Anforderungen zu unterstreichen, werden wir mit anderen Informationsverbänden kooperieren. Sämtliche Fragen der Aus-, Fort- und Weiterbildung werden in einem Ausbildungsforum des Geschäftsführenden Vorstandes diskutiert und koordiniert.

4.2.2 Kurzfristig

Vordringlich muß die überregionale Anerkennung der Berufsabschlüsse für Dokumentationsassistenten nach nunmehr 15jährigen Beratungen zum Abschluß gebracht und die Integration der Assistentenausbildung in ABD sowie in das duale Berufsbildungssystem faktisch vollzogen werden. Das sollte 1998 geschehen.Die Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der DGD werden systematisiert und mit anderen Weiterbildungsträgern koordiniert. Dies gilt sowohl für privatwirtschaftliche als auch institutionelle Anbieter. Ziel ist die Schaffung eines qualitativ abgesicherten, am fachlichen Bedarf orientierten und flächendeckenden Weiterbildungsprogrammes. Einzelne Veranstaltungen sollten am Rande der Tagungen als Pre-Conference-Events angeboten werden; beide Maßnahmen unterstützen sich wechselseitig.

4.2.2 Mittelfristig

Die Harmonisierung von Zertifikaten berufsqualifizierender Weiterbildungsmaßnahmen ist ins Auge zu fassen. Dazu zählt die Anerkennung der berufsqualifizierenden Lehrgänge an Orten und Institutionen, die nicht staatlichen Genehmigungsverfahren unterliegen.Ferner müssen die Bemühungen um neue Studiengänge koordiniert werden. Hier können KIA/KBA helfen. Da es sich um berufsqualifizierende Abschlüsse handelt, hält die DGD eine überregionale Harmonisierung im Interesse der Berufschancen der Absolventen für sinnvoll und erstrebenswert. Schließlich wurden in einzelnen Fachhochschulen und Hochschulen neue Studiengänge, u.a. zu Informationswissenschaft und (Multi)-Medienwissenschaft, eingerichtet und zugleich andere bestehende Studiengänge für Informationswissenschaft (z.B. an der Universität Konstanz) reduziert. Hieran wird sich die DGD, insbesondere über das Komitee Information und Qualifikation (I + Q) beteiligen.Aus- und Weiterbildungsangebote zur Vermittlung von Informationskompetenz an Fachleute verschiedener Branchen und Bereiche sollten mit entsprechenden Fachgesellschaften (wie bereits mit der Dt. Gesellschaft für Finanzplanung) gemeinsam entwickelt und durchgeführt werden.Zur Feststellung der Perspektiven und Auslotung von Kooperationsmöglichkeiten werden Ausbildungskonferenzen mit Nachbarverbänden und bereits bestehenden Gesprächskreisen organisiert: Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände (BDB), Arbeitskreis Dokumentation (AKDok), GKI.

4.3 Koordinierungsaufgaben

4.3.1 Binnenorganisation

Eine Fachgesellschaft wie die DGD muß sich am Wechselverhältnis zwischen Mitgliedern, fachlichen Gremien (Komitees, Kommissionen, Arbeitsgruppen), regionalen Arbeitskreisen (AKI's), Vorstand und Geschäftsführendem Vorstand orientieren. Alle Ebenen der Verbandsstruktur werden durch die Geschäftsstelle betreut und gesteuert. Dazu gibt der Geschäftsführende Vorstand die folgenden Empfehlungen ab: 

4.3.1.1 Kurzfristig

 Überprüfung und gegebenenfalls Rationalisierung von Geschäftsabläufen zwischen Geschäftsstelle und Mitgliedern, Gremien, Vorstand und Geschäftsführendem Vorstand. Hierfür sind u.U. auch Investitionen notwendig. Dazu gehören

  • die Verstärkung elektronischer Kommunikation (E-Mail mit Mitgliedern),
  • die Steigerung der Professionalität durch Verstärkung der Geschäftsstelle,
  • die Delegation von wichtigen Einzelaufgaben (z.B. inhaltliche und technische Organisation des Deutschen Dokumentartages) an ein Programm-/Organisationskomitee.

4.3.1.2 Mittelfristig

Stärkere Identifikation der Mitglieder mit inhaltlichen Fragen im Rahmen fachlicher oder regionaler, aber ebenso überregionaler Ebenen (letztere z.B. in Gestalt von neuen Vortragenden bei den Deutschen Dokumentartagen bzw. den Online-Tagungen). Die Gremien, in denen die inhaltliche Arbeit geleistet wird, müssen reorganisiert und wo nötig aktiviert werden. Sie tragen in Zukunft verstärkt bei:

  • zu den Programmen der Tagungen,
  • zu den Kontakten und Kooperationen mit fachverwandten Veranstaltungen und Verbänden,
  • zu den Publikationen der DGD,
  • zu den Informationsdienstleistungen für die Mitglieder.

Dazu sollten sie in den Entscheidungsgremien (Vorstand und Geschäftsführender Vorstand) vertreten sein und regelmäßig über die Geschäftsstelle informiert werden. Sie sind der inhaltliche Bezugspunkt für die Mitglieder, die sich in der Folge der Reorganisation stärker in den Gremien engagieren sollten.

4.3.1.3 Langfristig

Bei engerer Kooperation mit Nachbarverbänden wäre eine gemeinsame Geschäftsstelle auch zur Verwaltung verschiedener Mitgliedschaften denkbar.

4.3.2 Kooperation mit Nachbarverbänden im nationalen wie internationalen Rahmen

Dank fortgeschrittener Digitalisierung bestimmt die integrierte Dienstleistung zunehmend die Inhaltsvermittlung. Durch die technische Überwindung der formalen methodischen Trennung können und müssen Bibliothekare und Archivare stärker aufeinander zugehen. Das gilt sowohl für die berufsqualifizierende Aus- und Fortbildung als auch für das gemeinsame Auftreten in der Öffentlichkeit (Lobbybildung) und in der Politikberatung. Im Bereich der Aus- und Fortbildung sind die bestehenden Berufsbilder fortzuschreiben und entsprechend der Entwicklung neue Berufsbilder (für den Mediendokumentar, den Informations- und Kommunikationswirt, etc.) zu erstellen.
In der länderübergreifenden Informationsgesellschaft, insbesondere angesichts der Tendenzen zu globaler Konvergenz, wird der grenzüberschreitende Austausch immer wichtiger. Daher wird die DGD die Beziehungen zu den Nachbarverbänden im nationalen und internationalen Rahmen intensivieren.

4.3.2.1 Kurzfristig

Die DGD empfiehlt den informationswissenschaftlichen Ausbildungsstätten den verstärkten Ausbau von Kooperationen mit ihren europäischen Partnerinstitutionen einschließlich des auf Erasmus- oder Leonardo-Programmen gestützten Studentenaustausches. Angesichts eines europäischen Binnenmarktes erscheint dies im Hinblick auf die Berufschancen eines sich erweiternden Arbeitsmarktes mehr denn je geboten.Die Berufsverbände intensivieren ihren Austausch durch gegenseitige Kooperation des Vorstandes sowie durch gegenseitige korporative Mitgliedschaft (mit der BDB findet die Kooperation bereits statt). Dazu zählt insbesondere aber auch der Informationsaustausch für die Mitglieder: Hier empfiehlt die DGD eine Verstärkung der Kontakte in den regionalen AKI's und schlägt vor, in "weißen Gebieten" entsprechende Arbeitskreise, offen für Information Professionals, Bibliothekare, Dokumentare und Archivare, zu gründen.Zur Förderung des Informationsaustausches stellt die DGD in ihren Fachorganen Platz für Darstellungen und Diskussionen (Rubriken) zur Verfügung. Gestärkt werden sollte nach Ansicht der DGD der Arbeitskreis Dokumentation (AK DOK), weil in ihm nahezu alle, auch die Berufsstände der Fachinformationsvermittlung, vertreten sind.Die DGD aktiviert ihre Beziehung zur "Gemeinsamen Initiative der Fachgesellschaften zur elektronischen Information und Kommunikation", die sich mit dem Einsatz der IuK-Technologien in den verschiedensten Wissenschaften beschäftigt. Dazu erfolgt eine Kontaktaufnahme zwischen dem Präsidenten der DGD und dem Vorsitzenden der gemeinsamen IuK-Kommission der wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Danach wird festgelegt, in welchem Maß und mit welcher Zielsetzung eine Kooperation erfolgen soll.Die schon jetzt von seiten des Schweizerischen Vereins für Dokumentation (SVD) und der französischen "Association des Professionnels de l'Information et de la Documentation" (ADBS) gewünschten bilateralen Kooperationen sollten, z. B. durch eine bi- bzw. trilaterale Fachtagung im schweizerisch-deutsch-französischen Grenzgebiet, verstärkt werden.Vor allem gilt es, die Entwicklungen in Großbritannien und Skandinavien in europäische Kooperationsfelder einzubeziehen; selbstverständlich gilt es, auch die Entwicklung in Nordamerika zu beobachten. Ferner wird ein gegenseitiger Informationsaustausch in den Fachorganen eingerichtet. Die neue nfd - Informationswissenschaft und Praxis wird künftig auch französische Abstracts enthalten.Die DGD nimmt sich auch vor, mit Einrichtungen und Verbänden des Informations- und Dokumentationswesens in Ost- und Ostmitteleuropa zu kooperieren.

4.3.2.2 Mittelfristig

Insbesondere empfiehlt die DGD mittelfristig eine stärkere Kooperation mit dem Ziel einer Fusion der Konferenz der bibliothekarischen Ausbildungsstätten (KBA) und der Konferenz der informationswissenschaftlichen Ausbildungsstätten (KIA).

4.3.2.3 Langfristig

Die sich durch Nutzergewohnheiten, Technologie- und Marktentwicklung ergebende methodische Konvergenz legt mittel- bis langfristig eine noch stärkere Kooperation zwischen den informationsvermittelnden Berufsverbänden nahe, die in einigen Fällen sogar zur Fusion führen kann.

4.4 Vertretungsleistungen

4.4.1 Der Beitrag der DGD zur Politikberatung

Die Dokumentationsberufe haben sich unabhängig von den IuD-Programmen herausgebildet, und es war die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation, die die dafür notwendigen Rahmenbedingungen, vor allem mit dem Lehrinstitut für Dokumentation (LID) in Frankfurt am Main, schuf. Hat Förderpolitik die Aufgabe, Voraussetzungen zu schaffen und Strukturen zu setzen, so darf die Infrastruktur in Gestalt professioneller Dienstleistung in Information und Dokumentation nicht vernachlässigt werden (erst recht nicht zur Zeit multimedialer Entwicklungen). Dies hat nichts mit der Frage zu tun, daß Programme der Bundesregierung in Sachen Aus- und Fortbildung stets auf die Kulturhoheit der Länder verweisen, die sich ihrerseits zwar z. T. der Sachlage annehmen, kaum aber im abgestimmten gesamtstaatlichen Rahmen. Hier hat die DGD in der Vergangenheit "Ersatzfunktionen" übernommen und wird, da das zu ihrer fachlichen Verantwortung gehört, künftig politischen Instanzen und fachlichen Trägerinstitutionen Anregungen unterbreiten. Da dies jedoch nicht ihre institutionelle Aufgabe ist, kommt eine Finanzierung nicht in Frage.

4.4.2 Europäische Informationspolitik, Programme und Projekte

Die Förderpolitik der Europäischen Kommission mit der Zuständigkeit der Generaldirektion XIII für den Informationsbereich hat beim Übergang von IMPACT2 auf das INFO2000 die Schwerpunkte verschoben. Wurden in IMPACT2 die Nutzung elektronischer Informationsdienstleistungen und die Entwicklung des Informationsmarktes unterstützt und angeregt, so ist in INFO2000 die Förderung der Nutzung und Produktion von Multimedia Kern des Programms.Ziel ist die Entwicklung einer umfassenden Multimedia-Industrie, in der zahlreiche neue Arbeitsplätze (Schätzungen zwischen 1-3 Mio. in Europa) entstehen. Sind diese Einschätzungen vielleicht zu optimistisch, so ist die eingeschlagene Richtung dennoch richtig. Electronic Publishing entwickelt sich zwar langsam aber stetig zu einer wichtigen Zukunftsbranche. Weiterhin ist die Verbreitung der Verwendung elektronischer Möglichkeiten in Bereichen der Industrie und des Dienstleistungssektors, in denen sie bislang kaum genutzt wurden, bereits heute in Nordamerika zu sehen und damit auch für Europa absehbar. Wichtigste Zielgruppe sowohl für die Multimedia-Content-Provider als auch für die europäischen Förderprogramme sind Klein- und Mittelbetriebe (KMU), die in der Folge auch Mitarbeiter beschäftigen werden, die ihre Produkte multimedial vermarkten oder über elektronische Medien die Kundenkontakte pflegen.

4.4.2.1 Kurzfristig

Die DGD ist seit 1. März 1997 Partner des MIDAS-NET-Konsortiums "alte Bundesländer" und fördert die Nutzung und Produktion von Multimedia-Inhalten auf ihren Tagungen und in ihren Publikationen. Da das zur Verfügung stehende Förderbudget sehr knapp bemessen ist, können nur einige wenige Sonderveranstaltungen wie Seminare und Workshops durchgeführt werden. Um so gezielter müssen die Veranstaltungen geplant werden. Der Vertrag endet am 31.12.1999.

4.4.2.2 Mittelfristig

In Abstimmung mit dem European Council of Information Associations (ECIA) wurde eine Übersicht über die Ausbildungsstrukturen in den beteiligten Ländern erstellt und - zur in ferner Zukunft angestrebten Angleichung von Ausbildungsgängen - ein Papier mit allgemeinen Standards von Informationsqualifikationen auf fünf verschiedenen Stufen erarbeitet. Das Papier wurde der zuständigen Generaldirektion V der Europäischen Kommission zugeleitet, die es sehr positiv aufgenommen und das Förderprojekt DECID (Developing Euro-Competences for Information and Documentation) in Aussicht gestellt hat.Ebenfalls in Kooperation mit der französischen Partnerorganisation ADBS wurde ein Antrag zur Förderung im Rahmen des ADAPT-Projektes beim Europäischen Sozialfond gestellt. ADAPT befaßt sich mit den Bereichen Humanressourcen und Beschäftigung und unterstützt die Schaffung von Arbeitsplätzen. Mit dem Beitrag der FH Hamburg und der FH Potsdam, die eine Modell-Delphi-Studie (MoDelDok) über die Berufsperspektiven von Dokumentaren in ihren Regionen durchgeführt haben, ist ein konkreter Vorschlag für den Berufsstand eingereicht, der auf vorherige Ausbildungsinitiativen zurückgeht, an denen die DGD beteiligt ist und die sie verstärkt vorantreiben wird.

4.4.2.3 Langfristig

Die DGD hat in den letzten Jahren ihre internationalen Kontakte und Aktivitäten erheblich ausgeweitet. Langfristig wird die noch engere Kooperation mit unseren europäischen Partnerverbänden angestrebt. Diese wird durch die gemeinsame Veranstaltung von Konferenzen sowie durch die Beantragung und Durchführung von Projekten intensiviert werden.Die DGD sollte auch wieder stärker in der Fédération Internationale de Documenation (FID) mitarbeiten.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Weiter zu 5. Fazit und Ausblick
Seitenanfang
  • DGI e.V.
  • Windmühlstraße 3
  • 60329 Frankfurt am Main
  • Tel (069) 43 03 13
  • Fax (069) 49 09 09 6