4 Ausgewählte Vorschläge und konkrete Maßnahmen
Ziel:
Ziel ist es, die DGD sowohl als Mitgliedergesellschaft wie auch als Fachverband
praktisch so zu gestalten, daß sie als kompetenter Verband von allen
Wissensarbeitern akzeptiert wird und möglichst viele von ihnen als Mitglieder
gewinnt.
Das Ziel muß konkretisiert
und in Maßnahmen umgesetzt werden. Für die DGD, d.h. für ihren
Vorstand, ihre Gremien und ihre Mitglieder, ergeben sich daraus kurz-, mittel-
und langfristige Aufgaben.
Kurzfristig: Wenn
die Sichtweise bis zu einem Jahr umfaßt und/oder wenn Reaktionen auf Entwicklungen
"von außen" entsprechendes Handeln notwendig machen.
Mittelfristig:
Aufgabenprofile, die in einer Wahlperiode erledigt werden können (bis zu
drei Jahren).
Langfristig: Aufgabenbearbeitung
mit Langzeitorientierung (z.B. Berufsbilder für Information Professionals).
Im folgenden werden einzelne
Maßnahmen aufgeführt, die z.T. schon in Angriff genommen wurden (kurzfristige
Orientierung) oder bei denen mittelfristiger Handlungsbedarf angezeigt ist.
4.1 Ökonomisch-orientierte Leistungen (für die Mitglieder)
4.1.1 Die Neuordnung des Publikationswesens
Laufende bzw. kurzfristig
zu erledigende Maßnahmen: Nach der Beendigung der verlegerischen Betreuung
von "cogito" und nfd - Informationswissenschaft und Praxis durch den
Verlag Hoppenstedt und aus grundsätzlichen Überlegungen wurde in mehreren
Erörterungen mit verschiedenen Kollegen ein neues Konzept für die
Fach- und Mitgliederzeitschrift nfd - Informationswissenschaft und Praxis
entwickelt. Zum Deutschen Dokumentartag in Regensburg konnte das erste Heft
der nfd - Informationswissenschaft und Praxis in neuer Form- und Inhaltsgestaltung
vorgelegt werden. Die Redaktion wurde Marlies Ockenfeld (Darmstadt) und Dr.
Willi Bredemeier (Hattingen) übertragen, deren Arbeit und Kompetenz begleitet
wird von einem durch den geschäftsführenden Vorstand ausgewählten
und durch den Vorstand bestätigten Redaktionsbeirat (Mitglieder: Dr. Ulrike
Eich, Frankfurt/Oder; Prof. Dr. Christoph Hobohm, Potsdam; Prof. Dr. Rainer
Kuhlen, Konstanz; Dr. Wolfgang Ratzek, Berlin; Prof. Dr. Ralph Schmidt, Hamburg;
Prof. Dr. Wolfgang Stock, Köln).Der DGD-Newsletter wird in die neue nfd
- Informationswissenschaft und Praxis integriert. Zur Erhöhung der
Aktualität erscheinen ab 1998 acht nfd-Ausgaben. Zur Förderung
des schnelleren Informationsaustausches informiert die DGD über ihre Aktivitäten
und über sonstiges Wissenswertes gleichzeitig über das Internet (dgd-news).Das
Konzept für die Publikation der Proceedingsbände über Fachtagungen
(Deutscher Dokumentartag, Online-Tagung etc.) wird gestrafft. Neue Faltblätter
wurden entwickelt und erstmals auf der Online-Tagung/Infobase 1997 verteilt.Mittelfristig
sind folgende Maßnahmen im Bereich des Publikationswesens zu ergreifen:
inhaltliche, wenn Veränderungen
neue Konzeptionen notwendig machen,
formale, wenn Layout
und Gestaltung zu modernisieren sind, insbesondere dort, wo elektronische Kommunikationstechniken
den direkten Austausch ermöglichen.
4.1.2 Organisation von Fachtagungen
Der Austausch von Informationen
als Teil des Leistungsangebotes für die Mitglieder der DGD wird zukünftig
konzentrierter erfolgen, damit der Aufwand vertretbar bleibt und das (ehrenamtliche!)
Engagement der Einzelnen nicht überstrapaziert wird.
4.1.2.1 Kurzfristig
Die überregionalen
Fachtagungen (Deutscher Dokumentartag und Online-Tagung) werden im Organisationsaufwand
reduziert werden müssen. Mehr Zeit für Diskussionen und den Gedankenaustausch
sind gefragt sowie neue Formen wie Workshops und Foren (die Europaforen im Rahmen
der Infobase 97 und des Deutschen Dokumentartages 1997 in Regensburg haben die
Attraktivität derartiger Veranstaltungsformen gezeigt).Die Einzelblöcke
der Tagungen werden straffer organisiert, und ein Programmbeirat garantiert
die Aktualität und Relevanz der Themen sowie die Qualität der Referenten.
4.1.2.2 Mittelfristig
Fachübergreifende
thematische Tagungen und Seminare sollten mit Nachbarschaftsverbänden organisiert
werden, z.B. mit der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände (BDB),
dem Gesprächskreis Informatik (GKI), dem Arbeitskreis Dokumentation (AKDok)
und anderen Fachgesellschaften. Dazu zählen insbesondere vergleichbare
ausländische Berufsverbände, der Bereich des Informationsrechtes,
der Informationsethik und der Informations- und Medienpädagogik.Für
das Jahr 2000 planen DGD und BDB einen gemeinsamen Kongreß.
4.1.2.3 Langfristig
Ein noch stärkeres
Aufeinanderzugehen bis hin zur Integration von informationsverarbeitenden Berufsständen
ist denkbar - und anzustreben.
4.2 Aus- und Fortbildung
4.2.1 Zur gegenwärtigen Situation
Aus- und Fortbildung waren
von jeher wichtige Aufgaben der DGD. Sie wird sich ihnen auch in Zukunft intensiv
widmen. So unterhielt die DGD bis 1991 das Lehrinstitut für Dokumentation
(LID), in dem Dokumentare und Informationsfachleute auf allen Ausbildungsebenen,
d.h. Dokumentationsassistenten, Diplom-Dokumentare und Wissenschaftliche Dokumentare
ausgebildet wurden. Hierzu wurden nicht nur die organisatorischen Rahmenbedingungen
von der DGD vorgegeben: es wurden Inhalte entwickelt, diskutiert und fortgeschrieben.
Berufspraktische Erfordernisse fanden adäquate Berücksichtigung in
den Ausbildungsinhalten.Heute bildet die DGD federführend und als einzige
Institution Dokumentationsassisteninnen und Dokumentationsassistenten mit großem
Erfolg aus. Die Ausbildung der Diplom-Dokumentarinnen und Diplom-Dokumentare
ist bereits vor einigen Jahren in die bewährten Hände der Fachhochschulen
gegeben worden. Die Ausbildung zum/r Wissenschaftlichen Dokumentar/in ist nach
Schließung des LID an das Institut für Information und Dokumentation
(IID), das institutionell in der Fachhochschule Potsdam verankert ist, überführt
worden. In allen Ausbildungsebenen ist die DGD einbezogen und integriert.Für
den Bereich der Ausbildung der Dokumentationsassistentinnen bzw. Dokumentationsassistenten
arbeitet die DGD derzeit an der sachgerechten Zusammenführung der Berufsausbildung
in Archiven, Bibliotheken, Informations- und Dokumentationsstellen sowie Bildagenturen
(ABD-Bereich). Deren staatliche Anerkennung steht nach langwierigen Verhandlungen
vor dem Abschluß.Die Ausbildung zu Dokumentationsassisteninnen und Dokumentationsassistenten,
heute z. T. mit zeitgemäßeren Titeln ausgestattet, wird durch die
Dokumentationspraktiker der DGD in den Fachhochschulen befruchtet und weiterentwickelt.
Die DGD stellt für die Studierenden und Professoren eine Diskussionsplattform
mit Praktikern zur Verfügung.Die informationswissenschaftliche Ausbildung
findet nicht nur als "Berufsbegleitende Fortbildung zum/zur Wissenschaftlichen
Dokumentar/in" im IID, sondern auch in anderen Hochschulen und Universitäten
sowie durch private Bildungsträger statt. Hier bemüht sich die DGD
um Abstimmung der Lehrinhalte und um die Zertifizierung der Kurse. Dadurch wird
die Qualität der Ausbildung entscheidend verbessert. Die universitären
Ausbildungseinrichtungen sind im Hochschulverband für Informationswissenschaft
(HI) e.V. zusammengeschlossen. Die DGD ist um intensive und fruchtbare Zusammenarbeit
bemüht.Um mit den Bereichen Archiv und Bibliothek auf dem Ausbildungssektor
zu kooperieren, hat die DGD die Konferenz Informationswissenschaftlicher
Ausbildungseinrichtungen (KIA) gegründet. Sie pflegt die Kontakte zur
Konferenz Bibliothekarischer Ausbildungseinrichtungen (KBA). Der Kontakt
zu den Archivaren wird in Zukunft durch beide Einrichtungen intensiviert.Eine
konkrete Aufgabe der DGD ist es auch, Ausgebildeten ihren Einstieg in den Beruf
zu erleichtern. Das geschieht einerseits durch das Newcomer-Forum der DGD auf
dem Deutschen Dokumentartag, andererseits werden Stellen- und Praktikantenbörsen
durch die DGD unterstützt.Die DGD arbeitet verstärkt an Initiativen
in anderen Ausbildungsgängen und ihrer Angleichung an die Informations-
und Dokumentationswissenschaftler. Hierzu erstellt sie Analysen des Berufsbildes
und initiiert gegebenenfalls Veränderungen.Der Arbeitsmarkt für Information
Professionals hat eine Aufwertung erfahren. Es ist daher notwendig, daß
genügend bestens qualifizierte Fachkräfte für den Informationsmarkt
zur Verfügung gestellt werden. Eine unerläßliche Aufgabe, der
sich die DGD widmet. In diesem Zusammenhang werden Papiere erarbeitet, die die
Anforderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft formulieren. Um die Bedeutung
dieser Anforderungen zu unterstreichen, werden wir mit anderen Informationsverbänden
kooperieren. Sämtliche Fragen der Aus-, Fort- und Weiterbildung werden
in einem Ausbildungsforum des Geschäftsführenden Vorstandes diskutiert
und koordiniert.
4.2.2 Kurzfristig
Vordringlich muß
die überregionale Anerkennung der Berufsabschlüsse für Dokumentationsassistenten
nach nunmehr 15jährigen Beratungen zum Abschluß gebracht und die
Integration der Assistentenausbildung in ABD sowie in das duale Berufsbildungssystem
faktisch vollzogen werden. Das sollte 1998 geschehen.Die Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen
der DGD werden systematisiert und mit anderen Weiterbildungsträgern koordiniert.
Dies gilt sowohl für privatwirtschaftliche als auch institutionelle Anbieter.
Ziel ist die Schaffung eines qualitativ abgesicherten, am fachlichen Bedarf
orientierten und flächendeckenden Weiterbildungsprogrammes. Einzelne Veranstaltungen
sollten am Rande der Tagungen als Pre-Conference-Events angeboten werden; beide
Maßnahmen unterstützen sich wechselseitig.
4.2.2 Mittelfristig
Die Harmonisierung von
Zertifikaten berufsqualifizierender Weiterbildungsmaßnahmen ist ins Auge
zu fassen. Dazu zählt die Anerkennung der berufsqualifizierenden Lehrgänge
an Orten und Institutionen, die nicht staatlichen Genehmigungsverfahren unterliegen.Ferner
müssen die Bemühungen um neue Studiengänge koordiniert werden.
Hier können KIA/KBA helfen. Da es sich um berufsqualifizierende Abschlüsse
handelt, hält die DGD eine überregionale Harmonisierung im Interesse
der Berufschancen der Absolventen für sinnvoll und erstrebenswert. Schließlich
wurden in einzelnen Fachhochschulen und Hochschulen neue Studiengänge,
u.a. zu Informationswissenschaft und (Multi)-Medienwissenschaft, eingerichtet
und zugleich andere bestehende Studiengänge für Informationswissenschaft
(z.B. an der Universität Konstanz) reduziert. Hieran wird sich die DGD,
insbesondere über das Komitee Information und Qualifikation (I + Q) beteiligen.Aus-
und Weiterbildungsangebote zur Vermittlung von Informationskompetenz an Fachleute
verschiedener Branchen und Bereiche sollten mit entsprechenden Fachgesellschaften
(wie bereits mit der Dt. Gesellschaft für Finanzplanung) gemeinsam entwickelt
und durchgeführt werden.Zur Feststellung der Perspektiven und Auslotung
von Kooperationsmöglichkeiten werden Ausbildungskonferenzen mit Nachbarverbänden
und bereits bestehenden Gesprächskreisen organisiert: Bundesvereinigung
Deutscher Bibliotheksverbände (BDB), Arbeitskreis Dokumentation (AKDok),
GKI.
4.3 Koordinierungsaufgaben
4.3.1 Binnenorganisation
Eine Fachgesellschaft wie
die DGD muß sich am Wechselverhältnis zwischen Mitgliedern, fachlichen
Gremien (Komitees, Kommissionen, Arbeitsgruppen), regionalen Arbeitskreisen
(AKI's), Vorstand und Geschäftsführendem Vorstand orientieren. Alle
Ebenen der Verbandsstruktur werden durch die Geschäftsstelle betreut und
gesteuert. Dazu gibt der Geschäftsführende Vorstand die folgenden
Empfehlungen ab:
4.3.1.1 Kurzfristig
Überprüfung
und gegebenenfalls Rationalisierung von Geschäftsabläufen zwischen
Geschäftsstelle und Mitgliedern, Gremien, Vorstand und Geschäftsführendem
Vorstand. Hierfür sind u.U. auch Investitionen notwendig. Dazu gehören
- die Verstärkung elektronischer Kommunikation (E-Mail mit Mitgliedern),
- die Steigerung der Professionalität durch Verstärkung der Geschäftsstelle,
- die Delegation von wichtigen
Einzelaufgaben (z.B. inhaltliche und technische Organisation des Deutschen
Dokumentartages) an ein Programm-/Organisationskomitee.
4.3.1.2 Mittelfristig
Stärkere Identifikation
der Mitglieder mit inhaltlichen Fragen im Rahmen fachlicher oder regionaler,
aber ebenso überregionaler Ebenen (letztere z.B. in Gestalt von neuen Vortragenden
bei den Deutschen Dokumentartagen bzw. den Online-Tagungen). Die Gremien, in
denen die inhaltliche Arbeit geleistet wird, müssen reorganisiert und wo
nötig aktiviert werden. Sie tragen in Zukunft verstärkt bei:
- zu den Programmen der Tagungen,
- zu den Kontakten und Kooperationen mit fachverwandten Veranstaltungen und Verbänden,
- zu den Publikationen der DGD,
- zu den Informationsdienstleistungen für die Mitglieder.
Dazu sollten sie in den
Entscheidungsgremien (Vorstand und Geschäftsführender Vorstand) vertreten
sein und regelmäßig über die Geschäftsstelle informiert
werden. Sie sind der inhaltliche Bezugspunkt für die Mitglieder, die sich
in der Folge der Reorganisation stärker in den Gremien engagieren sollten.
4.3.1.3 Langfristig
Bei engerer Kooperation
mit Nachbarverbänden wäre eine gemeinsame Geschäftsstelle auch
zur Verwaltung verschiedener Mitgliedschaften denkbar.
4.3.2 Kooperation mit
Nachbarverbänden im nationalen wie internationalen Rahmen
Dank fortgeschrittener
Digitalisierung bestimmt die integrierte Dienstleistung zunehmend die Inhaltsvermittlung.
Durch die technische Überwindung der formalen methodischen Trennung können
und müssen Bibliothekare und Archivare stärker aufeinander zugehen.
Das gilt sowohl für die berufsqualifizierende Aus- und Fortbildung als
auch für das gemeinsame Auftreten in der Öffentlichkeit (Lobbybildung)
und in der Politikberatung. Im Bereich der Aus- und Fortbildung sind die bestehenden
Berufsbilder fortzuschreiben und entsprechend der Entwicklung neue Berufsbilder
(für den Mediendokumentar, den Informations- und Kommunikationswirt, etc.)
zu erstellen.
In der länderübergreifenden Informationsgesellschaft, insbesondere
angesichts der Tendenzen zu globaler Konvergenz, wird der grenzüberschreitende
Austausch immer wichtiger. Daher wird die DGD die Beziehungen zu den Nachbarverbänden
im nationalen und internationalen Rahmen intensivieren.
4.3.2.1 Kurzfristig
Die DGD empfiehlt den informationswissenschaftlichen
Ausbildungsstätten den verstärkten Ausbau von Kooperationen mit ihren
europäischen Partnerinstitutionen einschließlich des auf Erasmus-
oder Leonardo-Programmen gestützten Studentenaustausches. Angesichts eines
europäischen Binnenmarktes erscheint dies im Hinblick auf die Berufschancen
eines sich erweiternden Arbeitsmarktes mehr denn je geboten.Die Berufsverbände
intensivieren ihren Austausch durch gegenseitige Kooperation des Vorstandes
sowie durch gegenseitige korporative Mitgliedschaft (mit der BDB findet die
Kooperation bereits statt). Dazu zählt insbesondere aber auch der Informationsaustausch
für die Mitglieder: Hier empfiehlt die DGD eine Verstärkung der Kontakte
in den regionalen AKI's und schlägt vor, in "weißen Gebieten" entsprechende
Arbeitskreise, offen für Information Professionals, Bibliothekare, Dokumentare
und Archivare, zu gründen.Zur Förderung des Informationsaustausches
stellt die DGD in ihren Fachorganen Platz für Darstellungen und Diskussionen
(Rubriken) zur Verfügung. Gestärkt werden sollte nach Ansicht der
DGD der Arbeitskreis Dokumentation (AK DOK), weil in ihm nahezu alle, auch die
Berufsstände der Fachinformationsvermittlung, vertreten sind.Die DGD aktiviert
ihre Beziehung zur "Gemeinsamen Initiative der Fachgesellschaften zur elektronischen
Information und Kommunikation", die sich mit dem Einsatz der IuK-Technologien
in den verschiedensten Wissenschaften beschäftigt. Dazu erfolgt eine Kontaktaufnahme
zwischen dem Präsidenten der DGD und dem Vorsitzenden der gemeinsamen IuK-Kommission
der wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Danach wird festgelegt, in welchem
Maß und mit welcher Zielsetzung eine Kooperation erfolgen soll.Die schon
jetzt von seiten des Schweizerischen Vereins für Dokumentation (SVD) und
der französischen "Association des Professionnels de l'Information et de
la Documentation" (ADBS) gewünschten bilateralen Kooperationen sollten,
z. B. durch eine bi- bzw. trilaterale Fachtagung im schweizerisch-deutsch-französischen
Grenzgebiet, verstärkt werden.Vor allem gilt es, die Entwicklungen in Großbritannien
und Skandinavien in europäische Kooperationsfelder einzubeziehen; selbstverständlich
gilt es, auch die Entwicklung in Nordamerika zu beobachten. Ferner wird ein
gegenseitiger Informationsaustausch in den Fachorganen eingerichtet. Die neue
nfd - Informationswissenschaft und Praxis wird künftig auch französische
Abstracts enthalten.Die DGD nimmt sich auch vor, mit Einrichtungen und Verbänden
des Informations- und Dokumentationswesens in Ost- und Ostmitteleuropa zu kooperieren.
4.3.2.2 Mittelfristig
Insbesondere empfiehlt
die DGD mittelfristig eine stärkere Kooperation mit dem Ziel einer Fusion
der Konferenz der bibliothekarischen Ausbildungsstätten (KBA) und
der Konferenz der informationswissenschaftlichen Ausbildungsstätten
(KIA).
4.3.2.3 Langfristig
Die sich durch Nutzergewohnheiten,
Technologie- und Marktentwicklung ergebende methodische Konvergenz legt mittel-
bis langfristig eine noch stärkere Kooperation zwischen den informationsvermittelnden
Berufsverbänden nahe, die in einigen Fällen sogar zur Fusion führen
kann.
4.4 Vertretungsleistungen
4.4.1 Der Beitrag der DGD zur Politikberatung
Die Dokumentationsberufe
haben sich unabhängig von den IuD-Programmen herausgebildet, und es war
die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation, die die dafür notwendigen
Rahmenbedingungen, vor allem mit dem Lehrinstitut für Dokumentation (LID)
in Frankfurt am Main, schuf. Hat Förderpolitik die Aufgabe, Voraussetzungen
zu schaffen und Strukturen zu setzen, so darf die Infrastruktur in Gestalt professioneller
Dienstleistung in Information und Dokumentation nicht vernachlässigt werden
(erst recht nicht zur Zeit multimedialer Entwicklungen). Dies hat nichts mit
der Frage zu tun, daß Programme der Bundesregierung in Sachen Aus- und
Fortbildung stets auf die Kulturhoheit der Länder verweisen, die sich ihrerseits
zwar z. T. der Sachlage annehmen, kaum aber im abgestimmten gesamtstaatlichen
Rahmen. Hier hat die DGD in der Vergangenheit "Ersatzfunktionen" übernommen
und wird, da das zu ihrer fachlichen Verantwortung gehört, künftig
politischen Instanzen und fachlichen Trägerinstitutionen Anregungen unterbreiten.
Da dies jedoch nicht ihre institutionelle Aufgabe ist, kommt eine Finanzierung
nicht in Frage.
4.4.2 Europäische Informationspolitik, Programme und Projekte
Die Förderpolitik
der Europäischen Kommission mit der Zuständigkeit der Generaldirektion
XIII für den Informationsbereich hat beim Übergang von IMPACT2 auf
das INFO2000 die Schwerpunkte verschoben. Wurden in IMPACT2 die Nutzung elektronischer
Informationsdienstleistungen und die Entwicklung des Informationsmarktes unterstützt
und angeregt, so ist in INFO2000 die Förderung der Nutzung und Produktion
von Multimedia Kern des Programms.Ziel ist die Entwicklung einer umfassenden
Multimedia-Industrie, in der zahlreiche neue Arbeitsplätze (Schätzungen
zwischen 1-3 Mio. in Europa) entstehen. Sind diese Einschätzungen vielleicht
zu optimistisch, so ist die eingeschlagene Richtung dennoch richtig. Electronic
Publishing entwickelt sich zwar langsam aber stetig zu einer wichtigen Zukunftsbranche.
Weiterhin ist die Verbreitung der Verwendung elektronischer Möglichkeiten
in Bereichen der Industrie und des Dienstleistungssektors, in denen sie bislang
kaum genutzt wurden, bereits heute in Nordamerika zu sehen und damit auch für
Europa absehbar. Wichtigste Zielgruppe sowohl für die Multimedia-Content-Provider
als auch für die europäischen Förderprogramme sind Klein- und
Mittelbetriebe (KMU), die in der Folge auch Mitarbeiter beschäftigen werden,
die ihre Produkte multimedial vermarkten oder über elektronische Medien
die Kundenkontakte pflegen.
4.4.2.1 Kurzfristig
Die DGD ist seit 1. März
1997 Partner des MIDAS-NET-Konsortiums "alte Bundesländer" und
fördert die Nutzung und Produktion von Multimedia-Inhalten auf ihren Tagungen
und in ihren Publikationen. Da das zur Verfügung stehende Förderbudget
sehr knapp bemessen ist, können nur einige wenige Sonderveranstaltungen
wie Seminare und Workshops durchgeführt werden. Um so gezielter müssen
die Veranstaltungen geplant werden. Der Vertrag endet am 31.12.1999.
4.4.2.2 Mittelfristig
In Abstimmung mit dem European
Council of Information Associations (ECIA) wurde eine Übersicht über
die Ausbildungsstrukturen in den beteiligten Ländern erstellt und - zur
in ferner Zukunft angestrebten Angleichung von Ausbildungsgängen - ein
Papier mit allgemeinen Standards von Informationsqualifikationen auf fünf
verschiedenen Stufen erarbeitet. Das Papier wurde der zuständigen Generaldirektion
V der Europäischen Kommission zugeleitet, die es sehr positiv aufgenommen
und das Förderprojekt DECID (Developing Euro-Competences for Information
and Documentation) in Aussicht gestellt hat.Ebenfalls in Kooperation mit der
französischen Partnerorganisation ADBS wurde ein Antrag zur Förderung
im Rahmen des ADAPT-Projektes beim Europäischen Sozialfond gestellt. ADAPT
befaßt sich mit den Bereichen Humanressourcen und Beschäftigung und
unterstützt die Schaffung von Arbeitsplätzen. Mit dem Beitrag der
FH Hamburg und der FH Potsdam, die eine Modell-Delphi-Studie (MoDelDok) über
die Berufsperspektiven von Dokumentaren in ihren Regionen durchgeführt
haben, ist ein konkreter Vorschlag für den Berufsstand eingereicht, der
auf vorherige Ausbildungsinitiativen zurückgeht, an denen die DGD beteiligt
ist und die sie verstärkt vorantreiben wird.
4.4.2.3 Langfristig
Die DGD hat in den letzten
Jahren ihre internationalen Kontakte und Aktivitäten erheblich ausgeweitet.
Langfristig wird die noch engere Kooperation mit unseren europäischen Partnerverbänden
angestrebt. Diese wird durch die gemeinsame Veranstaltung von Konferenzen sowie
durch die Beantragung und Durchführung von Projekten intensiviert werden.Die
DGD sollte auch wieder stärker in der Fédération Internationale
de Documenation (FID) mitarbeiten.